Abofallen / Inkasso / Verträge

Gerade im Internet ist der Käufer bzw. der Auftraggeber von Dienstleistungen einer erhöhten Betrugsgefahr ausgesetzt.   Im Unterschied zum Laden-an-der-Ecke fehlt hier zum einen  die Sozialkontrolle. Oft wissen die Kunden nicht einmal, wo der Verkäufer (tatsächlich) seinen Wohnort hat; meist liegt dieser dazu weit genug weg, um eine direkte Konfrontation mit dem Kunden nicht befürchten zu müssen.

Vorsicht bei betrügerischen Angeboten

Ein weiteres Problem liegt darin, dass viele Verkäufer bei Verkäufen im Internet, welche immer Verkäufe unter Abwesenden sind, vom Kunden verlangen in Vorkasse zu treten, bevor die Ware abgesendet wird. Kommt es dann zu Problemen mit der Warenlieferung bzw. hat der Verkäufer die gekaufte Ware nie besessen oder nie vorgehabt, dem Kunden zukommen zu lassen, liegt es an diesem, sein Geld zurückzubekommen.

Widerrufsrecht für Verbraucher

Hinzu kommt bei Kaufverträgen, die über das Internet zustande kommen, dass der Kunde die Ware nie wirklich zu Gesicht bekommen hat, bevor er sich rechtlich bindet. Ein Foto im Internet kann kaum die tatsächliche Ansicht und Prüfung der Ware ersetzen. Um diesen Nachteil auszugleichen, hat der Gesetzgeber dem Kunden ein Widerrufsrecht eingeräumt, nach welchem der Kauf eine gewisse Zeit lang rückgängig gemacht werden kann. Auch diesbezüglich wird allerdings nicht jeder Widerruf ohne Komplikationen und Probleme abgewickelt, wobei auch hier wieder die weit verbreitete Vorleistungspflicht des Kunden zu Nachteilen führt. Immer wieder zu beobachtende Versuche von Verkäufern, das Gewährleistungsrecht von vorne herein auszuschließen bzw. Gewährleistungsrechte im Nachhinein zu versagen, sind dagegen kein spezifisch internetrechtliches Problem, führen jedoch gerade hier aufgrund der Vorleistungspflicht des Öfteren zu der Notwendigkeit, rechtliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

„Abzocke“ durch Abofallen

Da es sich bei dem Internetrecht um ein rechtlich immer noch nicht vollständig erschlossenes Gebiet handelt, versuchen viele Firmen zudem, die Grenzen und Möglichkeiten zum Nachteil der Nutzer auszuloten. Insbesondere aufgefallen sind hierbei sog. „Abofallen“.

So viele unterschiedliche Seiten es hier gibt und so unterschiedlich diese thematisch gestaltet sind, so gleich ist der Aufbau. Durch diesen erhält der Interessent den Eindruck,  als könne hier ein kostenfreies Angebot genutzt werden. Bevor dieses jedoch in Anspruch genommen werden kann, wird der Nutzer gebeten sich zu registrieren.

Wer dieser Aufforderung nachkommt, darf nach gut zwei Wochen Post erwarten, mit welcher die Zahlung eines bestimmten Geldbetrages eingefordert wird, da sich der Kunde für ein kostenpflichtiges Abonnement angemeldet habe. Tatsächlich enthalten derlei Seiten gut versteckt im klein gedruckten Fließtext/Blocktext am Bildschirmrand zumeist Angaben über die Preise bei Anmeldung auf der Homepage.

Allerdings kommt es in diesem Zusammenhang auch immer zu Abweichungen. So ist vermehrt zu beobachten, dass die „Kunden“ teilweise sofort eine Mahnung bekommen, ohne jemals zur Zahlung aufgefordert worden zu sein, manche Homepages geben gar keinen Hinweis auf die Entgeltlichkeit (oder eine Widerrufsmöglichkeit).

Auf diese Weise in Anspruch Genommene bekommen teilweise jahrelang Schreiben mit Zahlungsaufforderungen, in welchen Druck erzeugt und erhöht wird. In wenigen Fällen werden auch gerichtliche Mahnbescheide erlassen, wobei hier spätestens unbedingt zeitnahe Rechtsrat eingeholt werden sollte, um Nachteile zu vermeiden.

Regelmäßig werden berechtigte und unberechtigte Forderungen auch von Inkasso-Büros eingetrieben. Ein solches Schreiben mit häufig offiziellem Charakter, sagt selbstverständlich nichts über das Bestehen des Anspruches aus, welcher immer zunächst geprüft werden sollte.

Bewertungen rechtssicher formulieren

Vermehrt kommt es zudem zu Problemen im Zusammenhang mit Bewertungen auf Online-Marktplätzen wie eBay. Einerseits sind derlei Bewertungsmöglichkeiten dazu gedacht, dass Kunden durch Ihre persönliche Meinung anderen Verbrauchern die Möglichkeit geben sollen, den jeweiligen Verkäufer besser einschätzen zu können, auch um ein Instrument gegen die Anonymität im Internet zu haben.

Diese Bewertungen haben einen hohen Stellenwert bei den Verkäufern, da sie für weitere Kaufentscheidungen maßgeblich sein können. Demzufolge kommt es zunehmend zu Streitigkeiten über den Inhalt der Bewertungen. Hier hat sich eine junge aber zunehmend differenzierte Rechtsprechung herauskristallisiert. Wann eine Bewertung zulässig, wann unzulässig ist, kann aber nur anhand des Einzelfalls beantwortet werden.

So viele Möglichkeiten das Internet für den Kunden bietet, so viele Risiken birgt es. Auch sorgsame Kontrollen und bedachtes Vorgehen können Probleme nicht sicher verhindern. Für Probleme im Zusammenhang mit tatsächlichen oder vermeintlichen Verträgen im Internet können Sie uns gerne unverbindlich und – abgesehen von den Kosten gemäß Ihres Telefontarifes – kostenlos erreichen unter

Tel.: 0251-208680-30

Fax.. 0251-208680-50

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Gerne melden wir uns bei Ihnen zurück, um Lösungen für Ihr Rechtsproblem zu finden.

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